Humor in finnischen Krankenhäusern

Humor in finnischen Krankenhäusern. Klingt erstmal trocken, ist es glaube ich aber nicht. Zumindest was ich bis jetzt aufgrund von sprachlichen Barrieren mitbekommen habe.

Ich laufe durch die Mensa unseres Krankenhauses und sehe zufällig zwei Klinikclowns sitzen. Bevor ich mehr zu den Beiden erzähle, möchte ich ein, zwei Sätze zum Mensaessen verlieren, weil ich das interessant finde.

Essen gehen in Finnland ist teuer, bis auf das Studentenessen. 2,60Euro kostet ein Studentenessen, welches eine warme Mahlzeit, ein Glas Wasser, ein Glas Milch, Brot mit Butter und so viel Salat wie man möchte, ist. Studierende rechnen hier manchmal in „Studentenessen“. Wenn sie sich ein Bier in einer Bar kaufen rechnen sie amüsanterweise nach wie lange sie davon satt werden könnten. Hier beginnt Prävention beim Essen. Daher wird das Essen für Studierende hier subventioniert, wie bei uns auch nur gerade das gesunde Essen wird sehr günstig angeboten.

20170412_120004.jpgAber jetzt zurück zu den Klinikclowns, denn ich möchte ein bisschen über das Thema Humor in finnischen Krankenhäusern sprechen. In Finnland gibt es ca. 55 Clowns, davon leben und arbeiten 7 Clowns in Turku. Das klingt erstmal wenig, wenn man aber bedenkt, dass Finnland nur 5 Millionen Einwohner und nur 5 Universitätsklinika hat, relativiert sich das Ganze schon wieder. Die Clowns kommen zwei Tage die Woche in die Klinik und gehen hier meistens auf die Kinderstation.

Gerade kamen sie von einem kleinen Jungen, dem ein Zugang gelegt werden sollte. Dieser war davon gar nicht begeistert und hat dies laut dem Arzt gegenüber kundgetan. Daraufhin hat der Arzt sich Unterstützung geschnappt und kam mit den zwei Clowns im Schlepptau wieder. Ein kleiner Witz hier und ein kleiner Trick da und schon ließ der Junge sich beruhigen.

Die beiden Klinikclowns erzählten, dass sie in diesen alltäglichen Situationen nicht nur einen positiven Effekt auf die jungen Patienten, sondern auch auf das Personal haben. Empathie ist für die Klinikclowns sehr wichtig, da es oft ein schmaler Grad ist, wie weit man mit welchem Patienten in welcher Situation gehen kann. Gerade diese Empathie hilft Ihnen aber auch im Umgang mit dem Personal, wenn diese Unterstützung benötigen.

Die Klinikclowns sind hier relativ fest im Alltag der Kinderstationen integriert. Sie kommen morgens auf die Station und fragen bei der Pflege und den Ärzten nach, zu welchem Kind sie gehen sollten. Dann wird geschminkt und ab zu den Kindern. Manchmal werden  kleine Feste organisiert. Viele finnische Schauspieler beteiligen sich wohl auch und kommen ab und zu als Klinikclown mit auf die Stationen.

Klinikclowns aber auch Humor generell sind hier auf jeden Fall fester Bestandteil der Kinderstationen. Mit einer großen Selbstverständlichkeit erklärte mir eine Assistenzärztin, dass man die positiven Auswirkungen von Klinikclowns auf Kinder nachgewiesen hätte. Warum sollte es Sie also nicht geben? Das klang für mich sehr logisch und ich persönlich finde es sehr lobenswert, dass es so selbstverständlich ist Humor mit in das Krankenhaus zu integrieren.

Kinder dürfen hier ihr Kuscheltier mit in den OP bringen. Das wird genau so gut verpflegt und bekommt gegebenenfalls auch von der AnästhesistIn einen Zugang gelegt. Musik ist auch meistens an um die Atmosphäre gerade im OP-Bereich aufzulockern. So versucht das Anästhesieteam spielerisch den Kindern die Angst vorm OP zu nehmen.

Generell ist der Umgang hier miteinander sehr offen und herzlich. Dies drückt sich für mich zum Beispiel dadurch aus, dass sich alle Angestellten im Krankenhaus Dutzen, Alle! Dies ist wohl sehr bewusst gewählt, damit Hierarchien überwunden werden und eine offene Atmosphäre unter allen Berufsgruppen herrscht.

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Auf dem Kühlschrank der OP-Küche

Zu dem Thema Humor im Krankenhaus war ich lustigerweise vor kurzem selber in einem Workshop undzwar bei unserem Gesundheitspolitischen Wochenende der bvmd in Berlin. Die Stiftung von Eckart von Hirschhausen „Humor hilft Heilen“ hat uns einen Workshop zu dem Thema gesponsert. Um den Blick vom großen Ganzen der Gesundheitspolitik zurück auf die PatientInnen und unsere Interaktion zu bringen, besuchten uns zwei Trainerinnen, die uns in einem total spannenden Workshop einige Grundlagen zur Empathie, dem bewussten Umgang mit Patienten, Achtsamkeit und Humor vermitteln konnten. Hier konnte ich selber reflektieren, was Humor und ein humorvoller Umgang für einen positiven Effekt auf mich hat und wie ich dies in Interaktionen nutzen kann. Es war für mich ein sehr bereichernswerter Impuls, den ich in Zukunft auf jeden Fall weitertragen möchte. Ob ich eine rote Nase immer in meiner Kitteltasche trage, weiß ich noch nicht, aber zumindest ein Lachen auf dem Gesicht 😉

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Hospital Clowns in Finland – Webseite

Humor hilft heilen – Webseite

 

Ärzte übertragen ihre Arbeit

In Deutschland wird in der Gesundheitspolitik viel über das Thema Delegation und Substitution ärztlicher Tätigkeiten diskutiert. Grund dafür sind unter anderem, die große Arbeitsbelastung der Ärzte, die knappe Anzahl an Ärzten und die Frage nach einem effizienteren Arbeiten. Hier sind einige Ideen im Raum, wie eine neue Ausbildung zum Clinical Assistent, welcher direkt den Arzt unterstützt oder die Akademisierung der Pflegeberufe.

Das große Problem welches immer vorgeschoben wird, wenn es um das Thema Delegation von ärztlichen Tätigkeiten geht, ist oft die rechtliche Grundlage. Der Arzt ist für alle ärztlichen Tätigkeiten im Endeffekt verantwortlich und haftbar. Daher überlegt man lieber dreimal ob man was abgibt oder nicht doch selber macht.

Die Diskussion zu dem Thema habe ich in Deutschland seit einiger Zeit mitverfolgt. Ich persönlich bin der Meinung, dass man effizienter arbeiten würde, wenn man neu überlegt, welche Handlungen vom Arzt übernommen werden und wo und wann es Sinn macht, dass dies jemand anders übernimmt. Ich selber habe als Famulantin selber genug lustige Situationen erlebt, wo teilweise Arbeitsabläufe ewig dauern, nur weil irgendwelche Kompetenzen einen hindern. Blut abnehmen zum Beispiel ist teilweise ärztliche Tätigkeit. Da muss eine Schwester in der Notaufnahme mal gut und gerne 15min neben dem Arzt sitzen und in die Luft gucken anstatt dem Patienten schon mal Blut abzunehmen. Oder Blutabnehmen auf Stationen… teilweise muss der Patient stundenlang auf die Blutabnahme warten und möglicherweise ist dann das Labor schon zu, nur weil kein Arzt Zeit hatte. Da es aber nicht Aufgabe der Pflege ist, die ja die ganze Zeit vor Ort ist, muss der Patient halt noch einen Tag länger auf die Ergebnisse warten.

Das ist zwar von Krankenhaus zu Krankenhaus sehr unterschiedlich, aber dennoch gibt es genug Beispiele dafür;-)

Aber genug der effizienz-schlechten Beispiele. Im Folgenden möchte ich euch vorstellen, wie das in Finnland läuft und in meinen Augen ein kleines Vorbild für uns ist.

Die Ausbildung für die Pflege ist hier ein bisschen anders und ist in etwa auf Hochschulniveau. Das bedeutet, dass sie mehr medizinische Sachen lernen und daher auch mehr ärztliche Tätigkeiten übernehmen können. Ein Auszubildender in der Pflege erzählte mir, dass er nicht nur „brainless stuff“ machen möchte und nicht nur hinter den Ärzten her räumen möchte. Deswegen ist es für ihn selbstverständlich so viel es geht zu übernehmen. Er könnte sich auch nicht vorstellen wo anders als in einem Skandinavischen Land in der OP oder Anästhesiepflege tätig zu sein.

Hier bleibt der Anästhesist während der OP nicht im Raum.

Ich absolviere hier meine Famulatur in der Anästhesie und bekomme daher gerade die Arbeit der Anästhesisten mit. Die Anästhesisten sind für die Einleitung und die Ausleitung der OP zuständig. Meistens bleiben sie am Anfang bis zum Schnitt im Raum und gehen dann. Dann ist die Anästhesiepflege zuständig und hält die Narkose aufrecht. Eigenständig wird die Narkose verlängert und auf die Vitalparameter geachtet. Sobald etwas Unerwartetes passiert oder sich der Zustand verschlechtert wird der Anästhesist dazu gerufen und übernimmt. Anästhesist und Anästhesiepflege wechseln sich bei langen OPs ab, damit keiner 4 Stunden neben einer OP sitzen muss. Das ist ja schließlich für alle langweilig, erzählte mir eine Pflegerin.

Während der Zwischenzeit kann der Anästhesist zu seinem nächsten Patienten zu gehen und diesen noch einmal befragen. Alternativ stehen Dokumentationsarbeit oder sich in das Krankheitsbild der nächsten Patienten einzulesen auf dem Plan.

Spannend finde ich, dass hier die rechtliche Grundlage eine Ähnliche zu unserer ist. Der Anästhesist ist für die Lagerung und die Narkose des Patienten zuständig und haftet, also eigentlich so wie bei uns. Jedoch hat er die Freiheit teilweise Aufgaben zu delegieren für die er dann auch wenn sie jemand anders ausführt verantwortlich bleibt. Der entscheidende Unterschied zu der Arbeit bei uns ist, dass mit der Situation anders umgegangen wird. Während man in Deutschland alles beim Arzt lässt, wir hier die Pflege besser geschult und eingebunden. Hier ist auch eine enge Zusammenarbeit zwischen Anästhesiepflege und Anästhesist notwendig, damit der Arzt auch weiß welchem Pfleger/Pflegerin man was übertragen kann.

Die Übernahme von ärztlichen Tätigkeiten konnte ich nicht nur in der Anästhesie beobachten. Aber auch auf der anderen Seite des OP-Tuchs, bei den Chirurgen ist das der Fall. Ich kenne es so, dass einer der Operateure den Patienten desinfiziert. Hier ist das auch Aufgabe der Pflege.

Zusammenfassend finde ich die enge Zusammenarbeit von Pflege und Ärzten im OP sehr hilfreich. Es ist auf der einen Seite effizienter, weil die Pflege eigenständiger arbeiten kann und nicht immer auf den Arzt angewiesen ist. Auf der anderen Seite haben die Ärzte mehr Zeit für ihre Patienten oder andere Tätigkeiten. Hierfür ist eine gute Ausbildung der Pflege notwendig, da sie ja entscheiden, ab wann eine Situation kritisch ist. Ich würde sagen es lohnt sich auf jeden Fall und es macht Spaß so viele Köpfe zu haben die mitdenken und viel machen!

 

Desinfizieren vor der Blutabnahme? Hier nicht!

IMG_20170405_125155_363Eine Sache, die mir hier in den ersten Tagen aufgefallen ist: Die Hygiene.

Wenn ich in den OP Bereich laufe, muss ich nicht Angst haben, wieder irgendeine
Hygienevorschrift nicht beachtet zu haben. Ganz im Gegensatz, alles ist viel lockerer, als ich es erwartet habe. Ich habe meine eigenen Schuhe an, die ich im Krankenhaus trage. Die Mundschutzpflicht wird hier auch nicht so ernst genommen. Hauptsache man hat einen Mundschutz an, wenn man am OP-Tisch steht.  Und dann bin ich fast vom Glauben abgefallen, als ich gesehen habe, dass man vor dem Zugang legen auch nicht desinfiziert… Wenn ich mich das in Deutschland machen würde, dann würde wahrscheinlich jeder an meinem Verstand zweifeln.20170406_074916

Es gibt wohl Studien die belegen, dass die Desinfektion vor der Blutabnahme oder dem Zugang legen, keinen großen Einfluss auf die Infektionsrate hat. Genauso hat die übertriebene Hygiene im OP immer wieder Kleidung wechseln und unterschiedlichen Schuhen keinen ausreichenden Effekt. Daher darf man seit einigen Jahren in finnischen Krankenhäusern wieder seine eigenen Krankenhausschuhe tragen.

Wenn jedoch nur die Chance besteht, dass ein Patient eine Infektion haben könnte, wird auch hier das volle Programm aufgezogen! Handschuhe, Mundschutz und alles doppelt absichern.

Die Ärztinnen konnten mir die Studien leider nicht nennen, die diese Entwicklungen belegen. Manche glauben aber auch nicht, dass dies der Goldstandart ist, sondern dass sich das mit der Studienlage einfach immer wieder ändern, ohne wirklich was zu ändern.

 

Der nächste Punkt, der hier in Finnland sehr spannend ist, ist die Delegation der ärztlichen Tätigkeiten an die KrankenpflegerInnen. Darüber werde ich nächstes Mal ein bisschen ausführlicher berichten.

Finland – The land of future medicine

So ist es zumindest auf der Webseite: http://www.finlandhealth.fi/ beschrieben. Auf allen Webseiten, wird das Finnische Gesundheitssystem groß gelobt und glänzt mit einer hohen Lebenserwartung sowie tollen Public Health Projekten. Wie genau das aussieht werde ich in den nächsten Wochen erfahren.

Die finnische Krankenhauslandschaft hat sich seit dem zweiten Weltkrieg sehr verändert. Früher war es ganz normal, dass die Finnen zu ihrem Hausarzt gegangen sind. Krankenhäuser gab es nur sehr wenige, nur in Helsinki und Turku gab es Universitätsklinika. Aufgrund der vielen verletzten Soldaten nach dem zweiten Weltkrieg wurden mehr Krankenhäuser gebaut und auch mehr Ärzte ausgebildet.

Bis heute ist die Rate an Ärzten pro Einwohnern im Skandinavischem Vergleich sehr gering. Hier spielen andere Gesundheitsberufe eine große Rolle, sodass diese einen großen Teil der Versorgung mit abdecken. 2009 kamen auf 1000 Einwohner ca. 9.6 Krankenschwestern oder Pfleger.

Generell sind Ärzte in Versorgungszentren anzufinden, welche von den Kommunen oder Städten organisiert werden. Eine Studentin erzählte mir, dass sich das jetzt aber wohl ändern soll. Vielleicht gibt es hier bald mehr Hausärzte und weniger Zentren. Also der genau gegenteilige Trend wie in Deutschland.

MAHOLOBA

Mahoroba is an ancient Japanese word describing a far-off land full of bliss and peace. 20160319_150832 Hier im Kontext der Medizin ist es eine Reihe von multi-disziplinären Workshops (Medical And HOListic Oncology Brush-up Academy) für Ärzte, Krankenschwestern, Ernährungsberater, Sozialarbeiter und Pharmazeuten.

Um eine Sache schon einem vorweg zu nehmen. Es war unglaublich interessant und ein großer Schritt für die Zusammenarbeit im Krankenhaus zwischen den verschiedenen Disziplinen. Das Thema war Ernährung in der Onkologie. Hier ist es interessant zu beobachten, dass vermehrt auch deutsche onkologische Gesellschaften und Verbände fordern diesen Punkt mehr zu berücksichtigen. Ich habe einige Analysen gelesen, bei denen gezeigt wurde, dass 20-25 % der Krebskranken an der schlechten körperlichen Verfassung sterben, welche oft auf den Ernährungszustand zurück zuführen ist und nicht durch den Krebs. Es gibt weitere Studien, welche darlegen, dass ein schlechter Ernährungszustand die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus um bis zu 6 Tage verlängert. Eine suffiziente Ernährung der onkologischen Patienten ist nicht nur ein MUSS sondern bringt auch wirtschaftliche Vorteile mit sich. Bis jetzt wird Ernährungsberatung bei onkologischen Patienten sowohl in Deutschland als auch in Japan nur zu einem Teil finanziert und wenn auch erst dann, wenn es schon zu spät ist.1458708683708

20160319_140938Unter diesen ganzen Aspekten wurde das 6. Treffen der MAHOLOBA Workshop Reihe(mein Chef wollte mir einmal erklären, was ein Workshop ist und übersetzte es mit Arbeitsgeschäft) unter das Thema Ernährung in der Onkologie gesetzt.

Erst gab es inspirierende Vorträge, damit jeder in das Thema eintauchen konnte( meine Kollegin hat für mich übersetzt) und eich einen Überblick verschaffen konnten. Daran angeschlossen war ein 1,5 stündiger Workshop Space in dem jede Profession sich 1.) überlegen sollte, was tun wir für eine bessere Ernährung in der Medizin. 2.) ihre Erwartungen gegenüber den anderen Professionen äußern sollte und 3.) fragen an die anderen Professionen erarbeiten sollte. Nach Abschluss dieser Runde hat jede Gruppe präsentiert und haben Fragen gestellt bekommen oder beantwortet. So offen und ehrlich wie hier habe ich selten Menschen im Gesundheitswesen in Deutschland 20160319_164010zusammenarbeiten sehen. Ärzte haben offen über ihre Versäumnisse und Fehler gesprochen, eine Krankenschwester hat zugegeben, dass sie nie richtig wusste was Ernährungsberatung ist und wie man es nutzen kann. Ängste über Kommunikation zwischen den Disziplinen wurden angesprochen und durch den offenen Austausch genommen. Aufgrund der Diskussionen sind Ideen entstanden, was verbessert werden kann, aber auch konkrete Forschungsprojekte um das Thema evidenzbasierter zu machen.

Was hier ganz klar war, das Wohl das Patienten stand IMMER im Vordergrund und nichts anderes. Ich war so begeistert, dass ich am Ende allen noch kurz meine Begeisterung mitgeteilt habe und Ihnen gesagt habe, diese Ideen mit nach Deutschland zu nehmen. Auch hier in Japan gibt es Ärzte die der Meinung sind Kommunikation und Verständigung hat nix mit besserer Arbeit zu tun, daher wollte ich Jeden der teilgenommen hatte in dem unterstützen, das er hier war. Mein Professor war so begeißtert von meiner kleinen Rede, obwohl ich mich gefühlt habe wie ein kleines schüchternes Kind was nervös ist. 12322691_997062150367917_5400299964021255831_o

Der Abend ist sehr lustig geendet und ich habe mit meinen Kollegen 99 Luftballons und Dschinghis Khan gesungen, weil irgendwie kennen Sie das hier.20160322_132629

Fancy Osaka und traditionelles Nara

20160313_170433[1]20160313_162821[1]Osaka ist ganz anders als meine kleine Region hier. Da boomt das Leben, überall sind junge gut gekleidete Menschen, die Schaufenster blinken, Musik dröhnt aus den Läden, viele Leute sind unterwegs. Ich habe das Gefühl die Stadt pulsiert und erinnert mich vom Publikum ein bisschen an Berlin. Verrückt angezogene Leute und eigene Kreationen laufen mir über den Weg.

Bevor wir aber in der Stadt waren haben wir bei einer meiner Aerztinnen gekocht. Alles vegetarisch und mit sexy Schürze, was super viel Spaß gemacht hat und ich hoffe ich kann mich bald auch noch an alle Rezepte erinnern.20160313_121755[1]

1457755601253[1]Im Gegensatz hierzu ist Nara viel traditioneller, was das Stadtbild angeht. Es gibt wenig hohe Gebäude und viele Alte Bauten. Ich habe bei einer traditionellen Teezeremonie teilgenommen, wo ich gefühlt 30min mit einem Seidentuch Sachen geputzt habe. Aber es war kein richtiges putzten sondern ein symbolisches Putzen mit einem Seidentuch, welches tausend mal dabei umgefaltet wurde.1457964741200[1]1457776922687[1]

Meine Kollegin hat mich mit nach Nara genommen und auf unserem Programm standen Rehe, ein Bio-Restaurant, eine Kaligraphiestunde, eine Teezeremonie, ein Feuerfest und ein gutes Abendessen. Hier in Nara sind überall Rehe in der Stadt, da es einer Sage nach die Gesanten von Gott sind, teilen sich Rehe und Menschen die Innenstadt. Wenn man sich vor den Rehen verbeugt sind manche so lieb und machen das auch, andere wollen einfach nur die Kekse. Abends ging es noch zu einem Feuerfest, bei dem Mönche zwei Wochen harte Arbeit verabschieden.20160314_143502[1]

Dazu zünden sie riesen Fackeln an und tragen sie durch die Gegend. Abends habe ich mit meiner Kollegin zu Abend gegessen bei einem leckeren Riesling. Wir haben über Gott und die Welt, über Männer oder Liebe geredet. Oft wird es hier als schick angesehen Emotionen durch sein handeln zu zeigen, aber man spricht nicht über Sachen. Das ist noch ein traditionelles Bild, welches bei manchen jüngeren schon abgelegt wird. 20160314_183144[1]Im Endeffekt ist es ähnlich wie in Deutschland, bei uns trauen sich auch nur wenige ihre wahr Meinung zu sagen. Ich werde meine Kollegin bestimmt vermissen, da wir uns auf eine Art sehr ähnlich sind und über vieles reden können.1457964754176[1]

Kyoto und eine Geschichtsstunde

DSCN3753mHier fasse ich meine zweite Woche zusammen, da ich wenig zum Schreiben gekommen bin. Am Wochenende war ich bei meinem Professor zu seiner Familie nach Hause eingeladen. DSCN3749Freundlicherweise haben Sie alles vegetarisch gekocht, so gab es Shirazi Shushi, was ich so noch nicht kannte, da es keine einzelnen Rollen oder Nilgiri sind, sondern mehr wie ein Sushi-Salat, welcher total lecker war. Mein Chef hat Okonomiaki, japanische Pfannkuchen am Tisch gemacht wozu es noch Tofu, Aubergine und sehr viel zu Trinken gab. 20160305_183325[1]Was ich hier lerne ist nicht so viel zu Essen. Die Japaner lassen sich sehr viel Zeit beim Essen und nehmen immer nur kleine Portionen, reden und trinken abwechselnd. Ich hingegen versuche oft möglichst schnell möglichst viel zu Essen, was hier aber nicht funktioniert. Man teilt sich alles Essen und ich kann ja nicht einfach allen, alles weg essen. Mittlerweile klappt das schon ganz gut, aber anstrengend bleibt es trotzdem=)

Abends haben wir Wein getrunken und uns ewig über Japan und Deutschland unterhalten. Seine Frau ist total freundlich und kann ungefähr so ein gutes Englisch wie mein Professor. Es ist sehr spannend für mich von ihren Plänen zu hören ein paar Jahre nach Europa zu gehen. Ich glaube, dass es für uns Deutsche einfacher ist in ein asiatisches Land für ein paar Jahre zu ziehen als anderes herum und damit haben die beiden zu kämpfen.

20160306_111844[1]Am nächsten Tag haben sie mich mit nach Kyoto genommen, mir Tempel gezeigt und mich mit in ein richtig gutes japanisches Tofu-Restaurant genommen. Es gibt einzelne kleine Zimmer in kleinen Restaurants, sodass man viel Privatsphäre hat. Für mich war es super spannend, weil es ca. 7 Gänge gab und jedes Mal kam die Kellnerin mit einer neuen kleinen Überraschung, welche mein Professor versucht hat so gut es geht zu übersetzten.

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Im Tofu-Restaurant

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Kyoto

Einen Tag über war ich noch bei beim Dekan der Uni mit dem Studiendekan und meinem Professor. Das 2. was mich die beiden fragten, ist wie ich denn die Flüchtlingskrise in Deutschland wahrnehme. Es ist spannend zu sehen, was das hier für ein großes Thema ist. Eine richtige Meinung haben wenige dazu, aber ich glaube, dass sie Angst verspüren vor so vielen Fremden, also, wenn das in Japan wäre. Japaner kennen es oft nur unter Japanern zu leben, da die Insel durch ihre geographische Lage und die politische Lage früher sehr abgekapselt war.

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Diese Woche habe ich eine Unterrichtsstunde über die Japanische Geschichte bekommen. Da ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, dass Samurais ja gar keine japanischen Helden sind, sondern genauso Diktatoren waren. Ich habe meinen Kollegen vor allem etwas über die Deutsche Geschichte seit 1900 erzählt und das ein bisschen in Beziehung zu dem gesetzt, was jetzt ist. Für Sie ist es erschreckend zu sehen, wie die Deutschen teilweise jetzt handeln, so wie das auch für mich ist. Fremdenfeindlichkeit, Patriotismus etc…

Hier in Japan endet der Geschichtsunterricht wohl ab 1900. Über die moderne Geschichte und alles was in dem letzten Jahrhundert passiert ist, wird kaum geredet. Es gibt manche modernen Lehrer, die das sehr wichtig finden und dies mit rein nehmen, aber es gibt genauso Konservative, die darüber nicht reden wollen. Hier gibt es keine einheitliche Linie, wie mit diesem Thema umgegangen werden soll. Die Ärzte hier bedauern das und sprechen offene über diese Themen, auch mit ihren Studenten( In einer Unterrichtsstunde habe ich gesehen, wie sie das Thema angesprochen haben und es dann mit der Medizin verknüpften).

Interessant war auch, dass wir während dieser Geschichtsstunde einen  Glauben meiner Kollegin auflösen konnten und zwar, dass Westler mit Schuhen schlafen. Sie hat in US Serien nie gesehen, dass jemand vor dem Schlafen gehen die Schuhe auszieht, also dachte sie, dass wir immer mit Schuhen schlafen. So lernen wir jedes Tag ein bisschen etwas Neues =D

Gastfreundschaft

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Akihito, Medizinstudent aus dem 9.Semester
Ach ich fange mal beim Essen an. Manchmal ist es ein bisschen schwer mit dem Vegetarischen Essen, aber es ist einfach nur lecker! Die Nudeln hier schmecken super, es gibt interessante Algensachen und natürlich auch mal Sushi. Das Essen

 

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Tempura
gehen ist genau so teuer wie in Deutschland, aber dafür entdecke ich hier neue Dinge, wie iwelche Gemüsesorten(Ginko, Goji & Okura), Algenarten oder Suppen. Alle bemühen sich was für mich zufinden und bringen mir andauernd Sachen zum probieren mit. Ich glaube nach diesem Monat kenne ich jede japanische Süßigkeit.

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Japanische Käseplatte
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Kizone – gebratener Tofu
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Udon-Nudeln
Am Mittwochabend haben mich meine Kollegen der Abteilung zum Essen eingeladen. Für die war es eine neue Erfahrung so viele verschiedene vegetarische Sachen zu probieren. Sie waren aber alle überrascht, wie gut das schmeckt und was für Varianten es alles gibt. Meine Kollegin sind auf jeden Fall gut im Trinken und so war jeder vor mir mit seinem ersten Bier fertig. Nach dem Abend und sehr interessanten Gesprächen bin ich noch mit meinem Professor und der Assistenzärztin Sangria trinken gegangen. Am nächsten Tag waren wir zwar alle etwas müde, aber es hat einfach Spaß gemacht.

Während diesem Abend ist mich aufgefallen, wie offen Japaner sind und wie oft mich Sachen an Deutsche erinnern. Oft habe ich gehört, dass Japaner so zurückhaltend sein sollen oder nicht sagen, was Sie denken. Ein weiterer Vorurteilspunkt, ist sie das Gesicht zu wahren versuchen. Das erlebe ich hier aber fast gar nicht. Natürlich sagen sie manchmal, sie würden alles verstehen und dann verstehen sie doch nicht alles, aber das passiert mir auch 1457018924379[1]manchmal. Aber ansonsten gibt es wenige Tabuthemen, zumindest habe ich noch keins gefunden. Sie fragen offen, was ich denke zu politischen, sehr persönlichen oder gesellschaftlichen Themen und teilen Ihre Meinung. Bezüglich dem Gesicht wahren ist hier eher eine Fehlerkultur etabliert. Man redet sehr offen darüber, was alles nicht funktioniert, damit man es besser machen kann. Auf das Persönliche bezogen, können die Japaner, die ich bis jetzt kennengelernt habe sehr gut ihre Stärken und Schwächen kommunizieren, sodass man schnell weiß bei wem man wo dran ist.

Was ich im Gegensatz zu Deutschland spannend finde, ist, dass Japan bis vor wenigen 20160229_215452[1]Jahrzenhnten sehr von anderen Ländern abgegrenzt war. Es gibt hier fast nur Japaner, weswegen jeder Gast sehr freundlich aufgenommen wird. In Tokio oder Osaka wird das bestimmt ein bisschen anders sein, jedoch ist die Einstellung gegenüber Gästen hier sehr herzlich und aufgeschlossen.

 

Kleine Unterschiede zu Deutschland

20160301_173052Wie verbinden Japaner Technik und Medizin? Wie verbinden sie human healthcare und Effizienz?

Das sind zwei Fragen, die ich mir immer wieder stelle und wo ich versuche viele Antworten zu finden. Also halte ich das fest was ich sehe um es zu einem Bild zusammen zufügen.

Hier in Japan steht der Patient im Vordergrund. Das merkt man an kleinen Einrichtungsdetails, aber auch während meiner Gespräche mit den Ärzten wird immer wieder erwähnt, wie wichtig es ist, sich den Patienten anzuschauen und mit ihm zusammen zu arbeiten.

20160302_112341Computerbildschirme sind so ausgerichtet, dass sowohl der Patient als auch der Arzt/Ärztin Einsicht hat. Die Aufgabe der Ärzte ist es dann alle Befunde und Bildgebungen zu erklären um den Patienten nicht im Ungewissen zu lassen. Zusammen mit diesen wird dann alles besprochen.  In der Theorie haben wir so etwas in unserem Studium in Deutschland auch gelernt. Der Patient muss partizipativ in den Behandlungsverlauf mit eingebunden werden.  Jedoch habe ich selten erlebt, dass das in diesem Sinne bei uns passiert ist(zumindest selten im Krankenhaus).

Hier läuft alles direkt elektronisch. Es gibt keine Akten, sondern nur Laptops, die transportiert werden und wo alles direkt eingetragen wird. Anweisungen werden in das System eingegeben und zusätzlich mündlich an die Schwestern überliefert. Ausgedruckt werden hier nur Sachen für mich um etwas dran zuschreiben oder Infos zu ergänzen oder um den Patienten Material mitzugeben oder zu erklären.

Dadurch, dass sich niemand damit beschäftigen muss handschriftliche Daten zu übertragen, haben die Schwestern mehr Zeit für die Patienten, welche Sie sich auch nehmen.  Desweiten entstehen keine Fehler durch unordentlich geschriebene Anordnungen.20160229_092059

Wer hier genau Arztbriefe schreibt muss ich noch rausfinden.

Des Weiteren werden Ärzte hier durch die Pharmazisten entlastet. Die Aufklärung über Nebenwirkungen von Medikamenten und die Wirkweise werden hier sehr gewissenhaft von Ihnen übernommen. Die Ärzte verlassen sich auf diese gute Arbeit und stellen so auch sicher, dass sich intensiv mit dem Patienten bezüglich dieser Themen auseinander gesetzt wird, wenn sie selber keine Zeit haben. Ein zusätzlicher Punkt ist, wenn die Patienten klingeln, wird sich unverzüglich darum gekümmert, dass sich jemand mit dem Patienten auseinander setzt. Alles andere hat dann für die Schwestern zu warten und in kürzester Zeit wird nachgeschaut, welches Bedürfnis der Patient äußert. Eine Schelle läutet hier ein paar Sekunden und nicht länger. Wieder ein Zeichen, dafür dass der Patient im Mittelpunkt steht.

Wieder zurück zu den Pharmazisten, denn diese checken auch die Medikamentation der Ärzte gegen. Sie haben einen besseren Überblick über Wechselwirkungen, wenn starke oder mehrere Medikamente verschrieben werden. Es wird als ein weiterer Punkt der Fehlervermeidung gesehen und nicht als Angriff auf die ärztlichen Fähigkeiten. Fällt etwas auf, so diskutieren Arzt und Pharmazeut die Situation zusammen. Dazu gibt es Computersysteme, welche einfache Schemata abgespeichert haben passend zu bestimmten Krankheitsbildern. Dadurch werden wieder mal Fehler reduziert, dadurch, dass man die Richtlinien direkt abfragen kann.

Generell werden viele Maßnahmen, wie das Scannen der Medikamente, der Vieraugencheck oder die Kontrolle durch die Pharmazisten unternommen um das Fehlerrisiko zu minimieren. Meine Ärztin erklärte mir, dass es ein großes Thema in Japan sei und natürlich auch wirtschaftliche Folgen nach sich ziehe, wenn Medikamente falsch gegeben oder verordnet werden. Ich habe mich gefragt, wie dies in Deutschland ist. Laut vieler unserer Medienberichte ist es ein genauso großes Thema bei uns in Deutschland, es interessiert sich nur keiner für und das Bewusstsein ist nicht da.

Also durch die technischen Vorsprünge, die in Deutschland erst nach und nach einziehen, haben Ärzte hier mehr Zeit sich um die Patienten und Recherche zu kümmern, sowie um die Ausbildung von Studenten.20160229_092208

Des Weiteren gehen die japanischen Ärzte und Schwestern hier davon aus, dass wenn man sich intensiv um die Patienten kümmert, man Ihnen ein gutes Gefühl gibt und setzt sie zu keiner Zeit unter Druck. Das führt dazu, dass es Ihnen schneller besser geht und der Handlungsprozess nicht durch psychisches Unwohlsein beeinträchtigt wird.20160301_10175820160302_123341

Kashihara

20160227_134707[1]Bevor es mit einer kleinen Exkursion durch meine Heimatstadt für die nächsten Wochen losgeht, berichte ich noch ein bisschen über meinen zweiten Arbeitstag.20160227_132604[1]

Vormittags habe ich die Arbeit der Krankenschwestern in der onkologischen Ambulanz begleitet und nachmittags ging es zur Radioonkologie. Die Schwestern arbeiten immer, wirklich immer mit dem vier Augen(wenn nicht 6 Augen-Prinzip). Jede Gabe der Medikamente wird doppelt kontrolliert, also auch, wenn ein Medikament nur umgesteckt wird. Noch viel besser finde ich, dass jede Krankenschwester einen kleinen Tisch mit Rollen hat, auf dem ein Laptop steht. In ein offenes Fach unter dem Laptop, legt sie das Medikament und schiebt dann den kleinen Tisch zum Patienten. Am Laptop ist ein Scanner angeschlossen. Bevor sie nun das Medikament gibt, scannt die Schwester ihren Ausweiß, den Code auf dem Medikament und den Code des Patienten. So kontrolliert zusätzlich der PC, ob die richtige Medikamentation an den richtigen Patienten kommt. Dies wird mit allen Medikamenten durch geführt, die intravenös verabreicht werden. Bei Tabletten um schlucken ist dies nicht der Fall. Ich denke mal, das wäre zu viel Aufwand und die Folgen einer falsch Medikamentaion sind auch nicht so tragisch.

Die Radioonko-Station, also eine Radiologie nur für Patienten der Onkoloie oder mit Verdacht, werden hier untersucht und behandelt. Die Technik ist einfach der Hammer… anders kann ich es nicht sagen. In Zukunft werde ich zwei mal die Woche dort sein und lernen, wie man Radiotherapie richtig plant und durchführt.

Aber nicht nur die Technik ist beeindruckend, auch die Leute sind verdammt nett und freundlich. Wirklich alle, jeder Professor, jeder Student und jede Schwester empfangen einen freundlich. Es ist auch nicht wie in manchen anderen asiatischen Ländern, dass ich das Gefühl habe, dass viel damit zu tun hat, dass ich anders bin(hier in Japan starrt einen keiner an oder labert einen von der Seite an) sondern es ist eine Grundeinstellung der Japaner seinem Gegenüber mit Freundlichkeit und Respekt zubegegnen. Heute auf meinem Stadttripp habe ich eine Krankenschwesterlehrerin kennen gelernt, die mir erzählt, dass viele Japaner davon ausgehen, dass es dem Menschen ganzheitlich gut gehen muss. Also gehört auch die Seele dazu und die Art und Weise wie Menschen mit einander umgehen um kommunizieren.

Keine Krankenschwester bleibt vor einem Krankenbett stehen, jede kniet sich daneben und geht auf Augenhöhe mit dem Patienten, jede Medikamentation wird dem Patienten kurz erklärt, es wird immer freundlich kommuniziert. Dieses Verständniss der Warmherzigkeit und den Menschen als Ganzes (nicht nur als Organe oder Laborparameter) wahrzunehmen macht sich im Krankenhausalltag sehr deutlich. Ich glaube hier können wir Deutschen, als auch von der Technik und den sehr gut geplanten Abläufen noch sehr viel lernen.

20160227_132948[1]Heute bin ich einfach mal los gelaufen und habe die Stadt erkundet, von der alten Altstadt bis hin zum wuseligen Viertel um den Bahnhof. Die Altstadt hier, Imaicho, ist ein Traum aus kleinen alten japanischen Häusern mit Tempeln, Innenhöfen, 20160227_132741[1]wenigen Geschäften und sehr wenig Leuten. In fast absoluter Stille läuft man durch die Gassen und kann richtig gut entspannen, sowie kleine Details entdecken. In einer Tempel Anlage hat ein etwas älterer japanischer Tourist mir das Beten beigebracht.20160227_134743[1]

Ein paar Häuser weiter war ein Souvenirshop in dem ich von der Verkäuferin sehr freundlich begrüßt wurde. Auf Englisch hat sie mir alles über den Laden und die alten Traditionen erklärt. Dabei kamen wir auch darauf, dass sie auch im Krankenhaus gearbeitet hat und da die Schüler unterrichtet hat. Sie hat mir viel über Humanity und den Umgang in Japan mit Schwerz und der Psychologie von physischen und seelischen Schmerzen erzählt. Am Ende habe ich gefragt, wo ich denn ein Cafe finden könnte worauf hin sie mir einen Kaffee mit einem Stück Kuchen brachte.20160227_144756[1]

20160227_130117[1]Darüber habe ich mich so gefreut, sodass ich noch etwas länger geblieben bin. Als ich fast fertig war mit der Allstadt, gab es in einem Sakeshop noch einen Sake zum probieren und ich habe endlich eine Karte der Allstadt gefunden. Ich glaube, es war gut, dass ich die nicht schon vorher hatte, sondern mich einfach mal durch die Gassen getrieben habe. 20160227_152017[1]

Auf der anderen Seite der Stadt hat mich meine Suche nach vegetarischem Essen getrieben, das ist nämlich alles andere als einfach hier in dieser Provinzstadt zufinden. Ich habe mal gegoogled nach vegetarischen Restaurant und in JEDER Stadt gibt es welche… nur hier nicht. Meine Sprachkenntnisse sind noch nicht so fortgeschritten, als das ich das erklären könnte. Aber das wird schon. In einem Kaufhaus sind ganz viele kleine Buden gewesen, bei denen ich alle20160227_162306[1]rlei Köstlichkeiten probieren konnte. Mein Highlight; Gebackene Bonenpastenetwas =D