Kleine Unterschiede zu Deutschland

20160301_173052Wie verbinden Japaner Technik und Medizin? Wie verbinden sie human healthcare und Effizienz?

Das sind zwei Fragen, die ich mir immer wieder stelle und wo ich versuche viele Antworten zu finden. Also halte ich das fest was ich sehe um es zu einem Bild zusammen zufügen.

Hier in Japan steht der Patient im Vordergrund. Das merkt man an kleinen Einrichtungsdetails, aber auch während meiner Gespräche mit den Ärzten wird immer wieder erwähnt, wie wichtig es ist, sich den Patienten anzuschauen und mit ihm zusammen zu arbeiten.

20160302_112341Computerbildschirme sind so ausgerichtet, dass sowohl der Patient als auch der Arzt/Ärztin Einsicht hat. Die Aufgabe der Ärzte ist es dann alle Befunde und Bildgebungen zu erklären um den Patienten nicht im Ungewissen zu lassen. Zusammen mit diesen wird dann alles besprochen.  In der Theorie haben wir so etwas in unserem Studium in Deutschland auch gelernt. Der Patient muss partizipativ in den Behandlungsverlauf mit eingebunden werden.  Jedoch habe ich selten erlebt, dass das in diesem Sinne bei uns passiert ist(zumindest selten im Krankenhaus).

Hier läuft alles direkt elektronisch. Es gibt keine Akten, sondern nur Laptops, die transportiert werden und wo alles direkt eingetragen wird. Anweisungen werden in das System eingegeben und zusätzlich mündlich an die Schwestern überliefert. Ausgedruckt werden hier nur Sachen für mich um etwas dran zuschreiben oder Infos zu ergänzen oder um den Patienten Material mitzugeben oder zu erklären.

Dadurch, dass sich niemand damit beschäftigen muss handschriftliche Daten zu übertragen, haben die Schwestern mehr Zeit für die Patienten, welche Sie sich auch nehmen.  Desweiten entstehen keine Fehler durch unordentlich geschriebene Anordnungen.20160229_092059

Wer hier genau Arztbriefe schreibt muss ich noch rausfinden.

Des Weiteren werden Ärzte hier durch die Pharmazisten entlastet. Die Aufklärung über Nebenwirkungen von Medikamenten und die Wirkweise werden hier sehr gewissenhaft von Ihnen übernommen. Die Ärzte verlassen sich auf diese gute Arbeit und stellen so auch sicher, dass sich intensiv mit dem Patienten bezüglich dieser Themen auseinander gesetzt wird, wenn sie selber keine Zeit haben. Ein zusätzlicher Punkt ist, wenn die Patienten klingeln, wird sich unverzüglich darum gekümmert, dass sich jemand mit dem Patienten auseinander setzt. Alles andere hat dann für die Schwestern zu warten und in kürzester Zeit wird nachgeschaut, welches Bedürfnis der Patient äußert. Eine Schelle läutet hier ein paar Sekunden und nicht länger. Wieder ein Zeichen, dafür dass der Patient im Mittelpunkt steht.

Wieder zurück zu den Pharmazisten, denn diese checken auch die Medikamentation der Ärzte gegen. Sie haben einen besseren Überblick über Wechselwirkungen, wenn starke oder mehrere Medikamente verschrieben werden. Es wird als ein weiterer Punkt der Fehlervermeidung gesehen und nicht als Angriff auf die ärztlichen Fähigkeiten. Fällt etwas auf, so diskutieren Arzt und Pharmazeut die Situation zusammen. Dazu gibt es Computersysteme, welche einfache Schemata abgespeichert haben passend zu bestimmten Krankheitsbildern. Dadurch werden wieder mal Fehler reduziert, dadurch, dass man die Richtlinien direkt abfragen kann.

Generell werden viele Maßnahmen, wie das Scannen der Medikamente, der Vieraugencheck oder die Kontrolle durch die Pharmazisten unternommen um das Fehlerrisiko zu minimieren. Meine Ärztin erklärte mir, dass es ein großes Thema in Japan sei und natürlich auch wirtschaftliche Folgen nach sich ziehe, wenn Medikamente falsch gegeben oder verordnet werden. Ich habe mich gefragt, wie dies in Deutschland ist. Laut vieler unserer Medienberichte ist es ein genauso großes Thema bei uns in Deutschland, es interessiert sich nur keiner für und das Bewusstsein ist nicht da.

Also durch die technischen Vorsprünge, die in Deutschland erst nach und nach einziehen, haben Ärzte hier mehr Zeit sich um die Patienten und Recherche zu kümmern, sowie um die Ausbildung von Studenten.20160229_092208

Des Weiteren gehen die japanischen Ärzte und Schwestern hier davon aus, dass wenn man sich intensiv um die Patienten kümmert, man Ihnen ein gutes Gefühl gibt und setzt sie zu keiner Zeit unter Druck. Das führt dazu, dass es Ihnen schneller besser geht und der Handlungsprozess nicht durch psychisches Unwohlsein beeinträchtigt wird.20160301_10175820160302_123341

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