Kashihara

20160227_134707[1]Bevor es mit einer kleinen Exkursion durch meine Heimatstadt für die nächsten Wochen losgeht, berichte ich noch ein bisschen über meinen zweiten Arbeitstag.20160227_132604[1]

Vormittags habe ich die Arbeit der Krankenschwestern in der onkologischen Ambulanz begleitet und nachmittags ging es zur Radioonkologie. Die Schwestern arbeiten immer, wirklich immer mit dem vier Augen(wenn nicht 6 Augen-Prinzip). Jede Gabe der Medikamente wird doppelt kontrolliert, also auch, wenn ein Medikament nur umgesteckt wird. Noch viel besser finde ich, dass jede Krankenschwester einen kleinen Tisch mit Rollen hat, auf dem ein Laptop steht. In ein offenes Fach unter dem Laptop, legt sie das Medikament und schiebt dann den kleinen Tisch zum Patienten. Am Laptop ist ein Scanner angeschlossen. Bevor sie nun das Medikament gibt, scannt die Schwester ihren Ausweiß, den Code auf dem Medikament und den Code des Patienten. So kontrolliert zusätzlich der PC, ob die richtige Medikamentation an den richtigen Patienten kommt. Dies wird mit allen Medikamenten durch geführt, die intravenös verabreicht werden. Bei Tabletten um schlucken ist dies nicht der Fall. Ich denke mal, das wäre zu viel Aufwand und die Folgen einer falsch Medikamentaion sind auch nicht so tragisch.

Die Radioonko-Station, also eine Radiologie nur für Patienten der Onkoloie oder mit Verdacht, werden hier untersucht und behandelt. Die Technik ist einfach der Hammer… anders kann ich es nicht sagen. In Zukunft werde ich zwei mal die Woche dort sein und lernen, wie man Radiotherapie richtig plant und durchführt.

Aber nicht nur die Technik ist beeindruckend, auch die Leute sind verdammt nett und freundlich. Wirklich alle, jeder Professor, jeder Student und jede Schwester empfangen einen freundlich. Es ist auch nicht wie in manchen anderen asiatischen Ländern, dass ich das Gefühl habe, dass viel damit zu tun hat, dass ich anders bin(hier in Japan starrt einen keiner an oder labert einen von der Seite an) sondern es ist eine Grundeinstellung der Japaner seinem Gegenüber mit Freundlichkeit und Respekt zubegegnen. Heute auf meinem Stadttripp habe ich eine Krankenschwesterlehrerin kennen gelernt, die mir erzählt, dass viele Japaner davon ausgehen, dass es dem Menschen ganzheitlich gut gehen muss. Also gehört auch die Seele dazu und die Art und Weise wie Menschen mit einander umgehen um kommunizieren.

Keine Krankenschwester bleibt vor einem Krankenbett stehen, jede kniet sich daneben und geht auf Augenhöhe mit dem Patienten, jede Medikamentation wird dem Patienten kurz erklärt, es wird immer freundlich kommuniziert. Dieses Verständniss der Warmherzigkeit und den Menschen als Ganzes (nicht nur als Organe oder Laborparameter) wahrzunehmen macht sich im Krankenhausalltag sehr deutlich. Ich glaube hier können wir Deutschen, als auch von der Technik und den sehr gut geplanten Abläufen noch sehr viel lernen.

20160227_132948[1]Heute bin ich einfach mal los gelaufen und habe die Stadt erkundet, von der alten Altstadt bis hin zum wuseligen Viertel um den Bahnhof. Die Altstadt hier, Imaicho, ist ein Traum aus kleinen alten japanischen Häusern mit Tempeln, Innenhöfen, 20160227_132741[1]wenigen Geschäften und sehr wenig Leuten. In fast absoluter Stille läuft man durch die Gassen und kann richtig gut entspannen, sowie kleine Details entdecken. In einer Tempel Anlage hat ein etwas älterer japanischer Tourist mir das Beten beigebracht.20160227_134743[1]

Ein paar Häuser weiter war ein Souvenirshop in dem ich von der Verkäuferin sehr freundlich begrüßt wurde. Auf Englisch hat sie mir alles über den Laden und die alten Traditionen erklärt. Dabei kamen wir auch darauf, dass sie auch im Krankenhaus gearbeitet hat und da die Schüler unterrichtet hat. Sie hat mir viel über Humanity und den Umgang in Japan mit Schwerz und der Psychologie von physischen und seelischen Schmerzen erzählt. Am Ende habe ich gefragt, wo ich denn ein Cafe finden könnte worauf hin sie mir einen Kaffee mit einem Stück Kuchen brachte.20160227_144756[1]

20160227_130117[1]Darüber habe ich mich so gefreut, sodass ich noch etwas länger geblieben bin. Als ich fast fertig war mit der Allstadt, gab es in einem Sakeshop noch einen Sake zum probieren und ich habe endlich eine Karte der Allstadt gefunden. Ich glaube, es war gut, dass ich die nicht schon vorher hatte, sondern mich einfach mal durch die Gassen getrieben habe. 20160227_152017[1]

Auf der anderen Seite der Stadt hat mich meine Suche nach vegetarischem Essen getrieben, das ist nämlich alles andere als einfach hier in dieser Provinzstadt zufinden. Ich habe mal gegoogled nach vegetarischen Restaurant und in JEDER Stadt gibt es welche… nur hier nicht. Meine Sprachkenntnisse sind noch nicht so fortgeschritten, als das ich das erklären könnte. Aber das wird schon. In einem Kaufhaus sind ganz viele kleine Buden gewesen, bei denen ich alle20160227_162306[1]rlei Köstlichkeiten probieren konnte. Mein Highlight; Gebackene Bonenpastenetwas =D

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